In Landwirtschaft

Mit der Verschiebung des Landwirtschaftszensus um drei Jahre steigt de Befürchtung um die Qualität der Statistiken. Daten aus Experteninterviews spielen mittlerweile eine größere Rolle als erhobene Primärdaten. Die Neu-Organisation der Daten des SAG ist hierbei eine der offenen Aufgaben. Des Weiteren geht es um die Einführung geoinformatischer Technologien, wie bereits in anderen entwickelten Ländern geschehen.

(Eduardo Moraga Vásquez, Zeitschrift CAMPO vom 02.07.2018)

Andreas Köbrich drückt es klar aus. – Die Situation ist dramatisch. Wir als Landwirte wissen nicht, wie viel Weizen aktuell angebaut wird. Auch die zuständigen Behörden wissen das nicht – bemerkt per Telefon der Generalsekretär der Fördergesellschaft von Temuco (Sofo).

Köbrich erklärt, dass die besten Daten, die es derzeit gibt, ausschließlich Schätzungen auf Basis ein paar loser Informationen sind. Es sind einfache Zahlen wie die Fläche an Weizen die bepflanzt wurde im letzten Jahr oder wie viele Tonnen geerntet wurden, die nur über mündlich überlieferte Daten ermittelt werden, nicht über harte Fakten.

Die Möglichkeit, dass die Schätzungen in eine Richtung gehen und die Realität in eine andere ist latent.

Die kürzliche Information des INE, dass der geplante landwirtschaftliche Zensus auf 2020 verschoben wird, traf den Sektor wie ein kalter Eimer Wasser. Zahlreiche Analysen ernähren sich derzeit auf Basis der letzten verfügbaren “Radiografie” und bilden die Grundlage für regelmäßige Vorhersagen, wie z.B. die Zahl der Milchkühe bis hin zur Fläche an Apfelbäumen.

“Mit dem Verstreichen der Jahre verschlechtert sich die Datenbasis immer mehr”, erklärt Alberto Valdés, Agronom.

De Verzögerung des Zensus brachte die Datenqualität und Abdeckung in der Landwirtschaft auf den Tisch. Zu den Themen gehören hierbei die Notwendigkeit regelmäßigerer Datenerhebungen und die Nutzung neuer Technologien sowie Veränderungen im Management der Landwirtschaftsbehörde SAG.

Der VIII Landwirtschaftszensus befindet sich gerade in der strategischen und operativen Planung, gemeinsam mit dem Büro für landwirtschaftliche Studien und Politik (ODEPA), welches für die angemessene Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen zuständig ist. Das heißt, sie definieren die Verantwortlichen, Aktivitäten, Fristen, Ressourcen und Methoden und stecken den budgetären, administrativen, juristischen, organisatorischen und kommunikativen Rahmen ab.

Gerardo Martínez verdient seinen Lebensunterhalt mit Viehzucht in Aysén. Martinez bevorzugt klare Zahlen. Auch deshalb ist sein Unternehmen eines der besten in Chile. Abgesehen von dem Zeitverzug, beschäftigt ihn auch die Datenqualität in seinem Sektor. Seiner Meinung nach ist es nicht notwendig. viele Ressourcen einzusetzen, um diese zu verbessern. Er erklärt, dass die Institutionen des Landwirtschaftsministeriums (Minagri) die ihnen vorliegenden Daten nicht richtig nutzen.

Ein weiterer Punkt, der immer wieder auf die Tagesordnung rückt ist der Einsatz von Informationstechnologie.

“Das Niveau der Nutzung geo-informatischer Technologien im öffentlichen Bereich zur Erstellung von Statistiken in der Landwirtschaft ist in Chile gering”, erklärt Carlos Mena, Direktor des Zentrums für Geomatik der Universidad de Talca.

Der Forscher erläutert, dass die Sammlung von Primärdaten immer noch mittels traditioneller Methodik und Kanäle erfolgt, basierend auf Formularen und Aufzeichnungen.

In einigen wenigen, spezifischen Fällen, wie zum Beispiel der Kataster-Erstellung im Obstbau, nutzt man Satellitenbilder und GPS, um die traditionelle Datensammlung zu stützen, die schließlich in ein GIS überführt wird. Diese Prozesse erfordern große Bemühungen und Kosten, weshalb ihre Periodizität an verfügbare Ressourcen gebunden ist, um schließlich auf Basis der zur Verfügung stehenden Daten Entscheidungen zu treffen, die einem dynamischen Markt und den globalen Tendenzen gerecht werden.

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