In Erneuerbare Energien

Auch wenn derzeit keine Daten pro Subsektor existieren, ist die Anzahl der Installationen dieser Art auf 2.500 im ganzen Land angestiegen. All diese Anlagen dienen dem Eigenverbrauch und man geht von einem weiteren Wachstum aus. Fehlende Finanzierung ist eine der größten aktuellen Herausforderungen. Photovoltaik-Projekte hatten bisher den größten Erfolg in der Landwirtschaft, insbesondere aufgrund der Einfachheit der Installation und der geringeren Kosten. Dennoch legen auch die Klein- und Mikro-Wasserkraftwerke an Bedeutung zu.

(Paloma Díaz Abásolo, Zeitschrift CAMPO vom 04.06.2018)

Um die Effizienz der Zuckerrüben-Produktion zu erhöhen, errichtete das Unternehmen Iansa zu Beginn dieses Jahres eine erste PV-Anlage in Catillo, in der Nähe von Parral, Region Maule.

Hierbei handelt es sich um die erste Anlage dieser Art eines Zückerrübenherstellers. Sie verfügt über eine installierte Leistung von 30 KWh und erzeugt die Energie zur Bewässerung der insgesamt 8 Hektar Fläche über die Versorgung eines zentralen Drehpunkts.

Es existieren noch keine spezifischen Statistiken pro Sektor, aber Projekte wie das von Iansa nehmen jetzt erst Fahrt auf im landwirtschaftlichen Sektor, auch wenn die nicht-konventionellen erneuerbaren Energien in Chile bereits 17% der Energie stellen.

Ursache hierfür ist unter anderem auch das Gesetz Nummer 20.571 – auch bekannt als net billing oder net metering – welches seit 2014 ermöglicht, bis zu 100 kW installierte Leistung zu produzieren, um eigene Produktionsanlagen zu versorgen und überschüssige Leistung an Energieversorger zu veräußern. Aktuell diskutiert man sogar darüber, diese Leistung auf 300 kW zu erhöhen.

Der Anreiz für die Landwirte liegt nicht nur im Verkauf der Energie sondern in der Eigenversorgung mit günstigerer und sauberer Energie, um die Bewässerungssysteme und die Produktionshallen zu versorgen.

Im Gegensatz zum Wasser ist Sonne gratis. Und im Gegensatz zu Wind und Biomasse, erscheint und verschwindet sie jeden Tag und ist somit konstant zur Verfügung. Diese Aspekte, so simpel sie auch erscheinen, sind die Hauptfaktoren dafür, dass es bisher so viele PV-Projekte in der Landwirtschaft gibt.

“Die Solarenergie wird bisher am meisten im Land genutzt, um landwirtschaftliche Prozesse zu unterstützen, da sie sehr vielseitig ist, zur Stromerzeugung für die Bewässerung und Pumpen genutzt werden kann, ebenso wie zur Wärmeerzeugung”, sagt der Direktor für Studien des Chilenischen Verbands für erneuerbare Energien, Darío Morales.

Der gleichen Überzeugung ist auch Gerardo Arancibia, der im vergangenen Jahr mit zwei seiner Brüder und weiteren Geschäftspartnern das Unternehmen Elemental Energy gegründet das. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von PV-Projekten zur Eigenversorgung für die Landwirtschaft spezialisiert. Die Geschäftsidee entstand bei über 1.300 Projekten, bei denen Gerardo Indap beraten hat und bei denen Solarpanele bei Kleinbauern installiert wurden.

“Wir arbeiten mit größeren Anlagen als Indap, zwischen 30 und 199 KW, denn wir haben gesehen, welche Modelle am wettbewerbsfähigsten sind für mittlere und große Landwirte und dort haben wir eine attraktive Nische entdeckt”, kommentiert er.

Ein wichtiger Punkt, den er anbringt, ist die Effizienz. Er erklärt, dass er in seinen Projekten vor dem Projektdesign immer eine Studie realisiert, um festzustellen, wie die Energie im jeweiligen Betrieb genutzt wird. Allein mit dieser Maßnahme konnte der Jahreskonsum bereits um bis zu 70% reduziert werden.

“Mit dieser Optimierung können bis zu 100% des Stromkonsums allein aus erneuerbaren Energien generiert werden, welche um 50% bis 70% geringere Preise aufweisen, als am Markt. Ohne an Höchstpreise in den nächsten 25 Jahren denken zu müssen, da der Energiepreis in Chile aktuell um 15% angestiegen ist”, ergänzt er.

Auch wenn die Kosten je nach Bedingungen und Größe des Projektes variieren, schätzt Gerardo Arancibia den Preis für eine Leistung von 70 kW auf $60 Mio. Diese haben sich allein schon mit den genannten Ersparnissen in sechs Jahren amortisiert.

Des Weiteren ist das Potential der Wasserkraft nicht zu unterschätzen. Es existieren neue interessante Technologien zu geringen Preisen und Einschnitten.

Eines der attraktivsten Modelle sind die Mikro-Wasserkraftwerke, welche über die belgische Firma Turbulent Hydro vor zwei Jahren nach Chile gekommen sind. Sie sind noch kleiner als die Kleinwasserkraftwerke und eine Anlage funktioniert bereits in Chile seit November des vergangenen Jahres, in Doñihue in der VI. Region und erzeugt 15 KW auf einem landwirtschaftlichen Grundstück.

“Aus gesetzlicher Perspektive erfüllen die Anlagen alle Voraussetzungen der DGA, was den Papierkram erleichtert und außerdem nutzen wir das Net Billing Gesetzt, das einfach in der Anwendung ist. Die Anlage ist wirklich sehr klein und hat keinerlei Umwelt-Auswirkungen oder auf die anliegenden Gemeinden und Wassernutzer”, erklärt der Geschäftsführer für Chile des Unternehmens Turbulent Hydro, Florian Vallaeys.

Er ergänzt, dass man nur einen Wasserfall von 1,5 Meter Höhe benötigt. Dieser kann natürlich oder künstlich sein, für den man eine Durchflussmenge zwischen einem und zwei Kubikmeter pro Sekunde benötigt.

“Normalerweise kostet ein Projekt zwischen $2 und $2,8 Mio. pro installiertem Kilowatt und hat den Vorteil, dass Tag und Nacht, fast das ganze Jahr über Energie erzeugt werden kann – im Gegensatz zur Solarenergie”, erläutert Florian. Eine Hürde bisher ist jedoch die langsame Baugenehmigung für die Vorhaben, die erst von den Vereinigungen der Kanalarbeiter bewilligt werden müssen.

Vivest ist eines der Unternehmen in Chile mit der meisten Erfahrung im Bereich der Projektentwicklung zur Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien. Das Unternehmen wurde vor 8 Jahren von einem deutschen Paar gegründet und arbeitet vor allem mit PV-Anlagen, Solar-Pumpen zur Extraktion von Grundwasser, Kleinwasserkraftwerken, Biomasse und Windenergie. Auch wenn es am Anfang schwierig war, das Vertrauen der Chilenen zu gewinnen, bemerkt der Gründer Christoph Wander durchaus ein gestiegenes Interesse der Chilenen an neuen Energiequellen, sowohl im industriellen als auch häuslichen Bereich und der Landwirtschaft.

Er geht davon aus, dass die Zukunft der nicht-konventionellen erneuerbaren Energien eine Mischung aus verschiedenen Quellen sein wird und bemerkt, das alle Systeme einer Anfangsinvestition bedarfen, die höher ist als im Falle der PV.

“Nichtsdestotrotz, wenn wir von der Landwirtschaft sprechen, muss genau evaluiert werden, welche Investition sich am meisten lohnt, denn hier passt nicht immer Photovoltaik”, erklärt er. Eine der größte Herausforderungen ist seiner Meinung nach die geringe Bereitschaft der Landwirte, in Anlagen zu investieren, die sich erst nach 10 Jahren amortisieren. Daher ist hier eine Unterstützung der Politik angebracht.

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