In Wassermanagement

In der Umfrage 2007 wurden nur 30% der Flächen mit moderner Technik bewässert. Man geht davon aus, dass das Technifizierungsniveau gleich geblieben ist und es keinen großen Fortschritt gab. Ab der IX. Region und südlicher erwartet man das stärkste Wachstum im Bereich Infrastruktur.

(Arnaldo Guerra Martínez, Zeitschrift CAMPO vom 28.05.2018)

Die lokalisierte Bewässerung, oder technifizierte Bewässerung, wie man die Tröpfchenbewässerung, die Sprühbewässerung, Mikrojets, Drehpunktbewäserung und andere nennt, deckt derzeit – laut Experten – ca. 40% der gesamten nationalen Landwirtschaftsfläche ab. Ein großer Sprung wenn man davon ausgeht, dass noch vor 11 Jahren der Anteil bei 30% und vor ca. 21 Jahren bei 9% der insgesamt 1.093.000 Hektar produktiver Fläche lag, laut den Landwirtschaftsberichten von 1997 und 2007.

Die Modernisierung ist soweit vorangeschritten, dass heute kein neues Projekt ohne anfängliche Berücksichtigung der neuen Systeme erfolgt.

Nichtsdestotrotz ist immer noch viel zu tun, wenn es um die Einbindung von Technologien geht, insbesondere bei Großprojekten wie Stauseen und Kanälen. Projekte, die geplant sind, aber nicht so vorankommen wie gewünscht. Man geht außerdem davon aus, dass die IX. Region und südlich davon die Führungsrolle einnehmen werden in den nächsten Jahren, im Hinblick auf die Nutzung moderner Technologien in der Bewässerung. Das ist das Ergebnis der Auswirkungen des Klimawandels – mit Veränderungen in den Niederschlägen – sowie des Booms des Obstbaus, der fortschrittlichere Technik erfordert.

Ein Großteil der Erneuerungsbestrebungen ist auf das Gesetz zur Förderungen privater Investitionen in Be- und Entwässerung  N 18.450, von 1985.

“Es handelt sich hierbei um ein sehr positives Gesetz; dennoch wurden die Großprojekte vernachlässigt, wie z.B. Stauseen und Kanäle, an denen es im Moment am meisten mangelt. Ursache hierfür ist, dass es keine langfristig angelegten Maßnahmen der Regierung gab, vor dem Hintergrund des Klimawandels”, erklärt Felipe Martín, Präsident von AGRYD, der chilenischen Vereinigung für Be- und Entwässerung.

Auch wenn in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen wurden, spürt man doch die Verspätung und Spezialisten betonen die Handlungsnotwendigkeit der Autoritäten. “Das Land wird nicht komplett austrocknen, aber wir werden Probleme in bestimmten Gebieten bekommen, wie z.B. in Aculeo, wo die Lagune vertrocknet ist oder geringe verfügbare Wassermengen in einzelnen Sektoren, die sehr produktiv sind, insbesondere in Santiago und nördlich davon”, fügt Martín hinzu, Ex-Sekretär der Nationalen Bewässerungskommission (CNR).

Martín betont, dass es notwendig ist, die Nationale Wasserstrategie aus der ersten Regierung Sebastián Piñeras so schnell wie möglich wieder zu reaktivieren. “Im Moment entstehen Probleme bei der Entscheidung, ob mit den öffentlichen Mitteln ein Stausee oder ein Krankenhaus gebaut wird. Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Leute nicht sterben, weil Wasser fehlt oder wichtige Industrien wie die Landwirtschaft zurückgehen”, erklärt er.

Im Moment befindet sich mehrere Stauseen im Bau, wie Punilla, Valle Hermoso und Chironta und es befinden sich weitere 16 Projekte in der Pipeline. Des weiteren wird es erforderlich, Technologien zur Steuerung der Bewässerung oder der Stauseen per Telefon zu massifizieren. Diese sind zu angemessenen Preisen erhältlich und können sogar über staatliche Programme finanziert werden, wie das Gesetz zur Förderung der Bewässerung. Aber nur wenige nutzen das bisher. Deshalb müssen wir sie massifizieren”, sagt er.

Das fehlende Wasser hängt mit den zyklischen Änderungen des Klimas zusammen, die immer häufiger auftreten – Jahre mit viel Regen und Jahre mit sehr wenigen – zusätzlich zum Klimawandel. Aber das sind nicht die einzigen Gründe. Ursache ist auch die Entwicklung des Landes, die zu mehr Wassernachfrage für die wachsende Bevölkerung führt sowie für die Industrie und andere Sektoren. Daher die Herausforderunge, dem Wasser den richtigen Nutzen zu geben.

“Das Thema ist eine Trockenheit, die mit der Entwicklung zusammenhängt. Die Landwirtschaft wird immer intensiver und extensiver”, erklärt Raúl Ferreyra, Bewässerungsspezialist des INIA La Platina.

Der Experte fügt hinzu, dass das Land nicht eine 100%-ige technifizierte Bewässerung anstrebt, denn in einigen Gebieten und Kulturen macht es durchaus Sinn, weiterhin manuell zu bewässern, dies aber auf effiziente Art und Weise.

“Jede Situation ist anders. Man muss berücksichtigen, dass technifizierte Bewässerung die lokalen Probleme löst, nicht aber die globalen. Was am Ende interessiert ist die Effizienz des gesamten Einzugsgebiets und nicht eines einzelnen Grundstücks.

Er bezieht sich damit auf den Sachverhalt des Wasserverlusts durch Oberflächenabfluss im Falle einer Oberflächenbewässerung. Das Wasser versickert im Untergrund oder geht in die Flüsse und wird dann von anderen Personen genutzt.

“Es muss jeder Fall für sich analysiert werden. Denn 100% lokalisierte Bewässerung zu haben ist nicht Synonym für ‘wir haben die Wasserkrise überstanden’, denn es wird weiterhin Verluste geben, z.B. durch Perkolation. Ich kann lokalisierte Bewässerung haben, diese sehr schlecht nutzen und somit Wasser verlieren, weil ich z.B. zu lange bewässere”, erklärt er. Die lokalisierte Bewässerung hat noch weitere Vorteile neben der effizienten Nutzung des Wassers, wie z.B. die Möglichkeit, Dünger einzubringen. Das ist so insbesondere in hügeligen Gebieten einfacher.

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