In Landwirtschaft

Auch wenn es keine klaren Vorhersagen gibt, ob dieses Phänomen in einem Jahr verstärkt auftritt, gehören Heizsysteme, Propeller und Pflanzenschutzmittel auch heute schon zu den wichtigsten Utensilien, um die Effekte zu lindern.

(Paloma Díaz Abásolo, Zeitschrift CAMPO vom 14.05.2018)

Die Fröste während der Fiestas Patrias 2013 führten zu erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft und markierten einenParadigmenwechsel in der Art, wie die Landwirte dieses Klimaphänomen beherrschen, dar.

Im Anschluss der Geschehnisse haben sich zahlreiche Studien und Unternehmensgründungen ergeben, die heute neue Alternativen anbieten, um Schäden der Fröste zu lindern, insbesondere im Bereich der Obst- und Gemüseproduktion.

Einige dieser Unternehmen nutzen traditionelle Methoden, wie zum Beispiel Heizsysteme und Propeller, um die Luft zu mischen und auszudehnen. Es sind aber auch Projekte entstanden, um die Pflanzen direkt zu schützen mittels dem Einsatz von Helikoptern. Experten sind jedoch der Ansicht, dass alle Maßnahmen gleichwertig eingesetzt bzw. entsprechend der individuellen Bedingungen jeder Fläche selektiert werden sollten.

Sich gut auf den Frost vorzubereiten ist der Schlüssel zum Erfolg, um größere Schäden an den Pflanzen zu verhindern. Da eine gute und schnelle Vorbereitung wichtig ist, spielen Systeme und Instrumente zur Früherkennung und -alarmierung eine wichtige Rolle für die Landwirte. Diese Information ermöglicht ihnen, die Kontrollsysteme rechtzeitig in Gang zu setzen.

Eine sehr interessante Initiative befindet sich derzeit in der letzten Phase des Pilots. Hierbei handelt es sich um ein System, dass bis zu 8 Stunden einen Frost vorhersagen kann, inkl. Aussagen zu Dauer und Intensität. Das System wurde vom CITRA der Universidad de Talca insbesondere für die Regionen Maule und O’Higgins entwickelt.

Das Modell verfügt über eine Präzision von 90% und liegt somit weit über den üblichen Systemen mit 70% bis 80%. Grund hierfür ist der Einsatz künstlicher Intelligenz, um aus den historischen Daten der meteorologischen Messstationen zu lernen.

Bisher wurde das System nur für die beiden genannten Regionen entwickelt, um es dann aber später auf weitere Regionen des Landes auszurollen. Hierfür ist es jedoch erforderlich, die Klimastationen im Land auszubreiten.

“Der einzige limitierende Faktor, dass das System noch nicht in anderen Regionen existiert ist, dass dort noch keine automatischen Messstationen vorhanden sind, die alle 15 Minuten Daten liefern – im Vergleich zu den mechanischen Stationen, die nur drei Mal am Tag liefern. Somit ist das neue System aktueller und präziser”, erklärt der Forscher Patricio González des CITRA und ergänzt, dass es notwendig ist, ein solches Netz an automatischen Messstationen zwischen Valparaíso und Valdivia zu errichten, um ein erfolgreiches Ausrollen des Systems zu gewährleisten.

Ein übliches Instrument zur Selbsthilfe bei Frösten ist der Einsatz von Ventilatoren oder Propellern, um die kalte Luft auf der Oberfläche mit der warmen Luft in oberen Schichten zu mischen, um somit insgesamt die Temperatur auf der Fläche zu erhöhen.

Eine Alternative hierzu sind bewegliche Propeller, die einen integrierten Motor und Versorgung haben und automatisch funktionieren, sobald die Temperatur unter ein bestimmtes Niveau fällt. Zudem können diese Propeller auf der Fläche bewegt werden, um dem Bereich mit den größten Problemen Hilfe zu leisten.

Diese Propeller funktionieren allein oder auch in Kombination mit anderen Systemen.

Wenn der Temperaturunterschied zwische Boden und 10 Metern über diesem zu groß ist, empfiehlt sich die Kombination aus Propellern und Heizung, um einen Anstieg der Temperatur zu simulieren.

Ideal ist der Einsatz eines Propellers für 5 Hektar Land und von 20 Heizungen pro Hektar Fläche, um die Fröste bestmöglich zu bekämpfen. Bei stärkeren (polaren) Frösten, wie 2013 sollten 30 Heizungen zum Einsatz kommen.

Andere Produkte helfen den Pflanzen, sich selbst gegen den Frost zu schützen. Nach dem Frost von 2013 entwickelte das Unternehmen Fumex ein Produkt, dass die Aushärtung der Zellmembran der Pflanzen verringert, welche für die niedrigen Temperaturen verantwortlich sind. So entstand FitoHelp, was bei verschiedenen Kulturen zum Einsatz kommt, wie zum Beispiel Avocados, Zitrusfrüchten, Mandeln, Reben und Gemüse – ohne dabei Abfälle zu generieren.

“Außerdem können wir den Stoffwechsel der Pflanze anregen, mittels Carbonsäuren, um somit die Konzentration des Pflanzensaftes zu erhöhen, dessen Gefrierpunkt zu senken und die Abwehrkräfte zu stärken”, erläutert der Geschäftsführer von Fumex, Eduardo Conca.

Trotzdem, ergänzt er, tragen die Pfanzen Schäden von langanhaltenden niedrigen Temperaturen, welche jedoch durch Auftragen des Produktes gelindert werden. “Das Produkt hält ca. 10 bis 12 Tage auf der Pflanze, so dass der Schutz eine Weile anhält. Man benötigt ungefähr 3 Liter pro Hektar Fläche, womit das Produkt auch für die Produzenten erschwinglich ist”, sagt Eduardo Conca.

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