In Wassermanagement

Experten sind der Ansicht, dass es ohne eine zusätzliche Wasserinfrastruktur unvorstellbar ist, weitere Gebiete landwirtschaftlich zu nutzen. Außerdem fügen sie hinzu, dass es im Land keine aussagekräftige Diagnose zur aktuellen Wassersituation gibt.

(Zeitschrift CAMPO vom 18.06.2018)

Beunruhigend ist die Wassersituation in unserem Land aktuell. Insbesondere unter Berücksichtigung der Bedrohung durch den Klimawandel. So versteht es zumindest der Unternehmer Juan Sutil, Präsident der Vereinigung “Wir bewässern Chile” und Initiator des Projektes “Wasserautobahn” sowie Direktor der Nationalen Landwirtschaftsgesellschaft (SNA). “Unser Land leidet derzeit unter einer fehlenden Infrastruktur”.

“Das ist ein Thema, dem wir schnellstmöglichst begegnen sollten. Es ist ein Fakt, dass wir immer weniger Niederschlag verzeichnen sowie sich weniger Schnee in den Kordilleren ansammelt, was wiederum weniger Wasser für die Flüsse bedeutet. Diese Szenario ist unaufhaltsam”, fügt er hinzu.

Juan Sutil insistiert, dass es notwendig ist, beim Thema Infrastruktur voranzukommen. Tut Chile dies nicht, wird es unmöglich sein, alles nördlich Santiagos weiterzuentwickeln.

“Es ist mehr als das.  Gelingt es nicht, Wasser mittels einer Wasserautobahn vom Süden in den Norden zu bringen, wird die Landwirtschaft – Motor der Wirtschaft – stark darunter leiden.Im falle der Zentralregion und südlichen Zentralregion wird es unmöglich sein, weitere Gebiete landwirtschaftlich zu nutzen, wenn es keine Wasserinfrastruktur gibt”, betont er.

Fernando Peralta, Präsident der Vereinigung der Kanalarbeiter von Chile (CONCA) ist der Meinung, dass vor einer Dimensionierung der Investitionen das Land zuerst über die Situation aufgeklärt werden muss. Er meint, dass es dem Land an einer realistischen Diagnose zur Wassersituation, der Trockenheit und den zu lösenden Problemen fehlt.

Er betont, dass erst, wenn konkrete Informationen vorliegen Maßnahmen koordiniert werden können mit der Hilfe der Politik und der Regionen.

“Sich äußern, Gesetze erlassen und Handeln ohne eine objektive Grundlage zu habe ist eine sehr große Ineffizienz”, betont er.

Fernando Peralta fügt hinzu, dass Wassergesetze erlassen werden müssen, die wirtschaftliche Schwankungen überwinden und die bestmögliche Lösung anstreben.

“Aber, immer auf der Grundlage von Daten. Die große Herausforderung wird sein, hydrologische Statistiken mit der Realität zu vergleichen, um die Investition betiteln zu können”, fügt er hinzu.

Fragt man Juan Sutil, welche Maßnahmen die Regierung hinsichtlich der Wassersituation ergreifen sollte, betont er den Bau von Stauseen sowie die kritische Auseinandersetzung und Evaluierung des Projekts von “Wir bewässern Chile”.

“Eine Wasserautobahn bedeutet eine integrierte Lösung für die aktuelle und zukünftige Wasserkrise Chiles, denkt man an 2050. Ohne eine rationale und angemessene Strategie hinsichtlich der Wasserthematik hat Chile keine Chance, seiner Entwicklung weiter zu folgen. Die Lösung ist eindeutig, in die Wasserinfrastruktur zu investieren, um der Zukunft zu begegnen.”

Fernando Peralta erklärt, wenn die aktuelle Regierung eine Wasserpolitik definieren möchte, sollte dies nur auf Basis aktueller Daten erfolgen sowie systematisch.

Außerdem betont er die Notwendigkeit einer koordinierten und intelligenten Zusammenarbeit aller öffentlicher Institutionen, die mit Wasser zu tun haben.

“Man muss mit der Zeit eine Integration ihrer Tätigkeiten, Investitionen und Administration schaffen, um eine wirkliche nationale Wasserpolitik zu definieren.” Schließlich fügt er an, “muss man die Kapazitäten der Organisationen der Wassernutzer kennenlernen, schätzen und nutzen, da diese das Wasser im Land managen und Aufgaben öffentlicher Institutionen übernehmen sollten.”

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