In Biogas

Die geringe Attraktivität, Biogas zu verkaufen hat zu einem geringeren Interesse an diesen Projekten geführt, welche zudem immer schwieriger zu finanzieren sind.

(Rolando Araos Miller, Zeitschrift CAMPO vom 13.08.2018)

Heute rentieren sich Biogas-Projekte im Milchsektor nicht mehr nur über den Verkauf der erzeugten Energie.

Die Sachen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Während zum Beispiel jedes Megawatt/Stunde an Biogas – eines der Hauptresultate des Vergärungsprozesses – für US$129 am Markt gehandelt wurde, lag dieser Wert 2017 nur noch bei US$32,5.

Nichtsdestotrotz, bietet der Fermenter mehr Möglichkeiten als bloße Einnahmengenerierung. Die Experten des Sektors sind sich einig, dass eine Installation in der Milchindustrie  nicht dazu dienen sollte, über den Verkauf des Biogases Geld zu verdienen, sondern eine nachhaltigere Industrie aufzubauen, die sauber und umweltfreundlich agiert.

Einer der Hauptgründe, warum viele Milchbauern sich dagegen entscheiden, einen Fermenter zu bauen, ist die geringe Produktionsmenge an Biogas, die erreicht wird.

Dies führt dazu, dass die Amortisationszeit 10 Jahre beträgt. Dennoch müssen auch die Umweltaspekte berücksichtigt werden, die mit der Nutzung einer Biogas-Anlage einhergehen.

Die Mehrzahl der Milchbauern evaluiert derzeit den Bau einer Biogas-Anlage, jedoch vor dem Hintergrund der Reduzierung der Geruchs- und Abfallbeseitigung, um die Nachbarn nicht zu stören.

Deshalb ist vor Errichtung einer derartigen Anlage immer zu entscheiden, mit welchen Zielen man dies tut, um die beste Option zu wählen. Hierbei sollte zuerst auch die Größe der Anlage bedacht werden.

Ein weiteres, zu berücksichtigendes Element sind notwendige Energiequellen. Der am meisten genutzte Fermenter in Chile – insbesondere in der Milchindustrie und der Schweinezucht – ist die komplette Durchmischung. Diese Fermenter benötigen jedoch eine künstliche externe Wärmequelle, um die Temperatur im Fermenter konstant zwischen 38 und 40 Grad zu halten.

Wichtig ist – so die Experten – dass man mit den in Chile üblichen Fermentern einige interessante Vorteile genießen kann.

Auch wenn das Ziel des Fermenters eine erhöhte Nachhaltigkeit ist, und dieser dann doch Einnahmen generiert, amortisiert sich die Anlage früher als gedacht.

Eine Möglichkeit, die Rentabilität der Anlage zu erhöhen ist, sich auf die Produktion der Gärreste zu fokussieren.

Damit sind die organischen Abfälle gemeint, die im Fermenter übrig bleiben und interessante Eigenschaften für z.B. Dünger und Bodenverbesserer aufweisen. Dieses Produkt kann merkliche Vorteile bringen für den Boden und die Pflanzen, insbesondere aufgrund der Konzentration von Stickstoff, Phosphor, Kalium und der Wirkung gegen Unkraut. Zudem ist der Einsatz von Gärresten zur Düngung deutlich besser als direkte Applikation der Gülle. Es kann garantiert werden, dass in den Gärresten keine Krankheitserreger wie Coli-Bakterien oder Salmonellen enthalten sind.

In Chile ist der Einsatz von Gärresten zur Düngung im Gesetz 3375, von 2015, geregelt und definiert die minimalen Qualitätsanforderungen an den Gärrest. Damit wird die Entfernung von Bakterien und Helminthen gewährleistet sowie unter anderem von Gerüchen und Schwermetallen.

Wichtig hierbei ist, dass der Gärrest den Milchbauern erlaubt, die Amortisationsdauer der Investition zu verkürzen. Alles, was in Gülle, die Instandhaltung des Fermenters und das Essen der Kühe investiert wird, spart man schließlich an Dünger.

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